Christian Metten:
Als Geschäftsführer der REIMAGINE 2050 GmbH berät der Diplom-Kaufmann Unternehmen im strategischen und operativen ESG-Nachhaltigkeitsmanagement. [mehr lesen]

Marc Lüke
Der Diplom-Betriebswirt verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Versicherungswirtschaft, davon rund 15 Jahre in leitenden Positionen bei AXA und Signal Iduna. [mehr lesen]
Christian Metten (links):
Als Geschäftsführer der REIMAGINE 2050 GmbH berät der Diplom-Kaufmann Unternehmen im strategischen und operativen ESG-Nachhaltigkeitsmanagement. [mehr lesen]

Marc Lüke (rechts):
Der Diplom-Betriebswirt verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Versicherungswirtschaft, davon rund 15 Jahre in leitenden Positionen bei AXA und Signal Iduna. [mehr lesen]

Die ESG-Vertriebslücke schließen

Wie der Vertrieb jetzt zum Hebel für die ESG-Wertschöpfung wird
von Marc Lüke (99) und Christian Metten

Während der Vertrieb aktuell u. a. mit der KI-Transformation und dem neuen Altersvorsorgereformgesetz (AVRG) beschäftigt ist, bereiten weitsichtige Versicherungen im Stillen die nächste ESG-Weiterentwicklung im Vertrieb vor. Warum das strategische Zeitfenster für nachhaltige Vertriebsinitiativen genau jetzt offen ist, wie Pioniere die Refinanzierung ihrer ESG-Investments sichern und warum sich echte Weitsicht bis in die Vergütungslogik der Organisation auszahlt, sind die Diskussionsthemen.

In den Vorstandsetagen und Vertriebsleitungen der deutschen Assekuranz rangiert das Thema Nachhaltigkeit auf der operativen Agenda derzeit nicht auf Platz eins. Die Prioritäten liegen meist woanders: IT-Infrastrukturen werden für Künstliche Intelligenz umgebaut, und die Umsetzung des neuen AVRG und individuelle strukturelle Herausforderungen binden erhebliche Management-Ressourcen. Unabhängig der aktuellen Themen war ESG im Vertrieb bei den wenigsten Versicherern ein gesetztes Wachstumsthema. Der Fokus lag und liegt dabei darauf zumeist die Regulatorik zu erfüllen. Mit EmpCo hat sich dieser Blickwinkel wenig verändert, bzw. sogar bestätigt. Aus Sicht des Tagesgeschäfts ist dies für uns nachvollziehbar, aber aus strategischer Sicht unzureichend.

Nachhaltigkeit ist kein vorübergehender Marketingtrend, der durch andere Hypes abgelöst wird. Wir erleben Sommer-Temperniveaus auf historischen Höchstständen und eine beispiellose Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands. Neue geopolitische Spannungen und klimabedingte Auswirkungen der Klimaanpassungen sind deutlich spürbar. Das Thema drängt sich über die veränderte Schadenrealität und die spürbaren Klimafolgen zurück in den Alltag der Menschen. Auch gesamtpolitisch zeigen erste Tendenzen, dass die gelernten Narrative „ESG kostet nur und ist schlecht für die Wirtschaft“ in einer breiteren Mehrheit neu justiert wird. Im gesamten Europa steigen die Produktionszahlen der regenerativen Energien stark an und im wichtigen Automobilmarkt steigt auch hierzulande der Anteil von rein elektrischen Fahrzeugen auf 25% an. Sobald die deutsche Wirtschaft spürbar an Fahrt aufnimmt, wird ESG im B2B- und B2C-Geschäft voraussichtlich wieder eine relevante Anforderungsgröße sein.

Mutige Vorreiter: Die persönliche und strategische Verantwortung

Strategische Weitsicht funktioniert jedoch antizyklisch. Die Gewinner von morgen handeln aus Überzeugung und nutzen genau die jetzige Phase, in der der Wettbewerb abgelenkt ist, um Nachhaltigkeit tief in ihrer Vertriebsstrategie zu verankern. In den Vorstandsressorts und an den Spitzen einzelner Häuser sehen wir erfreulicherweise genau diese mutigen Vorreiter.

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