FK Kranken bei der BarmeniaGothaer
Von Fusionen, Kulturen und einem 125-jährigen Startup bis hin zu harten Zahlen
von Hubert Mayer (S/G)
Die Tagung im Hause der BarmeniaGothaer (danke für die tolle Gastfreundschaft und das fantastische Catering) stand unter dem Motto „Ein gar nicht so schlechter Blick auf die Branche“. Meine Notizen aus den Vorträgen zeigen: Die Branche steckt mitten in einer tiefgreifenden Transformation, begegnet dieser aber mit viel Energie und pragmatischen Lösungen. Der erste Vortrag von Christian Ritz war auch mein Hauptgrund, als „Leben”-Mensch zu einer Krankenversicherungstagung zu gehen.
Fusion und Identität
Christian Ritz (BarmeniaGothaer) machte deutlich, dass bei einer Fusion die Idee immer größer sein muss als die Probleme auf dem Weg dorthin. Besonders spannend: Seit dem 1.1.2026 agiert der Vertrieb gemeinsam. Es geht nicht darum, dass eine Kultur gewinnt, sondern dass etwas Neues entsteht. Ein Gedanke und ein Wunsch, den ich nicht nur nachvollziehen kann, sondern vollumfänglich unterstütze. Auch wir stehen gerade vor derselben Herausforderung.
Digitalisierung konsequent gedacht
Dr. Bernhard Brühl gab Einblicke in 10 Jahre ottonova. Der Ansatz „Mobile First“ ist dort kein Schlagwort, sondern Realität – ohne App kein Vertrag. Zwei konkrete KI-Projekte stellte er vor, besonders die KI-gestützte Analyse von Makleranfragen zeigt, wo die Reise bei der operationalen Exzellenz hingeht. Denn diese spart viel Zeit, auch wenn natürlich am Ende ein Agent noch einmal über das Ergebnis schaut.
Daten über die Kunden zu haben, stellt hier also grundsätzlich kein Problem dar, da ist ottonova anderen Versicherern weit voraus. Aber gleichzeitig wurde klargestellt, dass die Verwendung der Daten datenschutzrechtlich sehr sorgfältig vorbereitet werden muss, insbesondere, da der Großteil der Daten Gesundheitsdaten betrifft. Hier gilt es nicht nur, eine Einwilligung zur Verarbeitung zu erhalten, sondern auch, dass der Kunde tatsächlich informiert ist, was mit den Daten geschieht. Und genau das ist aus meiner Sicht eine riesengroße Herausforderung, denn wer hat schon kommen sehen, wie schnell sich die Möglichkeiten mit KI seit Ende 2022 entwickeln würden.






